TTSV Kenzingen IV - Herren III

Der wahre Charakter dieser Mannschaft entpuppt sich nicht an der Platte, sondern in den Tagen danach: Da wird geschimpft, bedroht, beleidigt - und all das nur, weil man ein paar Tage keine Zeit hatte, den Spielbericht zu schreiben... Das Angebot, dass doch mal ein anderer zu den Tasten greifen möge, wird hingegen mit fragenden bis fassungslosen Gesichtszügen gedankt.
Nun denn - hier also der Spielbericht: "Nervenaufreibende Partie, letztlich gerechtes 8:8, wir sind Herbstmeister."
Zu kurz? Undankbares Pack!
Na gut: Bahn frei für eine längere Version:
"Wie erwartet erwies sich das bislang verlustpunktfreie Kenzingen als der mit Abstand schwerste Saisongegner. Nach vergleichbar unfassbar früher Anreise (35 Minuten vor Spielbeginn an der Halle!) folgte ein schlimmer Tiefschlag - der Wein korkte! Aufgeben? Das Spiel absagen? Die Option wurde erwogen, letztlich aber verworfen, obgleich man sich das Gesicht der Kontrahenten für diesen Fall gerne vorgestellt hätte...
So begab man sich aber pflichtschuldig mit Kork im Mund in die Eingangsdoppel - 1:2, kein Wunder...
Im vorderen Paarkreuz die vorläufige Wende: Sieg für Stefan in vier, Sieg für Kai in fünf Sätzen nach 0:2-Rückstand und einem sensationellen Kantenball. In der Mitte Niederlage für Jo, doch Sieg für Christoph in einem ebenso langen wie Nerven aufreibenden Match gegen den wackeren Kenzinger Routinier. Im hinteren Paarkreuz war die Wahl diesmal neben Arno auf Lutz gefallen, und Letzterer rechtfertigte das Vertrauen gleich im ersten Spiel: Ausgezeichnete Ballwechsel, große Treffsicherheit, Souveränität - leider aber nur zwei Sätze lang... Dann setzte sich der Gegner durch, während Arno sein Spiel nach Hause brachte und die knappe Führung weiter Bestand hatte. Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang des vorderen Paarkreuzes nichts, auch wenn es zwischenzeitlich danach aussah: Kai musste der Kenzinger Nummer 2 gratulieren, und Stefan lag mit zwei Sätzen gegen seinen Gegner hinten - überlegend, ob er der Ausstattung der Halle oder sich selbst etwas antun sollte. Er entschied sich überraschend für eine dritte Möglichkeit: Tischtennis spielen, so dass er das Match noch umbog. Dass sich der Gegner nach der zweiten Fünfsatz-Niederlage des Abends nach jeweiliger 2:0-Führung nicht allzu wohl fühlte, dürfte jeder Tischtennisfreund verstehen. 6:5 stand es somit in einem Spitzenspiel, in dem der - teilweise anwesende - eine Zuschauer voll auf seine Kosten kam...
Weiter in die Mitte: Nichts Neues. Sieg für Christoph, Fünfsatz-Niederlage für Jo, Spielstand 7:6. Aus der Hoffnung, mit einem Vorsprung ins Schlussdoppel zu gehen, wurde jedoch leider nichts, denn das hintere Paarkreuz der Kenzinger setzte sich durch - 7:8. Nachdem es zwischenzeitlich hoch hergegangen war, spielte sich das Schlussdoppel in schon fast entspannter Atmosphäre ab: Stefan und Kai setzten sich in vier Sätzen durch, so dass es ein letztlich leistungsrechtes 8:8 wurde. Der erste Verlustpunkt für beide Teams, die sich jedoch damit trösten konnten, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohl ohnehin gemeinsam aufzusteigen.
Das freundliche Angebot der Gastgeber zu Bier und Pizza musste man leider ablehnen beziehungsweise mit einer Gegeneinladung für die Rückrundenbegegnung kontern, denn bei Peppino wartete die "Vierte" sowie "Pizzabote" Fabian in Vertretung der Ersten. Nach glatten Siegen in den anderen Begegnungen dieser Saison hatte das dreieinhalbstündige Spiel in Kenzingen die "Dritte" ordentlich geschlaucht, was man den Akteuren offenbar auch anmerkte. Frage eines ungenannt bleiben wollenden Vertreters der "Vierten": "Wart ihr im Krieg oder warum seht ihr so fertig aus?" Offenbar hatten die Kollegen erwartet, wir würden "Herbstmeisteeeeer!", brüllend per Polonaise das Etablissement entern...
Bleibt das Fazit der Vorrunde, und das fällt nun wirklich kurz aus: "Läuft!"
Frohes Fest.

Stefan Ummenhofer

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